So sitzt der Zahnersatz besser

Nicht immer lassen sich die eigenen Zähne reparieren, dann benötigt man möglicherweise eine Zahnprothese. Oft braucht es Geduld, sich an diese zu gewöhnen. Die Neue Apotheken Illustrierte beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Dritten.

Ich habe eine Prothese bekommen und habe ein starkes Fremdkörpergefühl. Was kann ich tun?
Lippen, Zunge, Kaumuskeln und Schleimhäute benötigen einige Zeit, um sich an den Zahnersatz zu gewöhnen. Deswegen können in der ersten Zeit Druckstellen auftreten, die in der Regel bald wieder abklingen. Um den Anpassungsprozess zu verkürzen, tragen Sie Ihren Zahnersatz möglichst häufig. Bei Mundtrockenheit können Sie zuckerfreie Bonbons lutschen, um die Speichelfunktion anzuregen.

Was kann ich tun, damit ich mit meiner neuen Prothese besser essen kann?
Essen Sie in der Eingewöhnungsphase weiche und leicht zu kauende Nahrung. Teilen Sie Speisen in kleine Bissen, und kauen Sie langsam und auf beiden Kieferseiten, damit Sie die Zahnprothese gleichmäßig belasten. Beißen Sie in der ersten Zeit am besten nicht mit den vorderen Schneidezähnen ab, sondern mit den Eck- oder vorderen Backenzähnen.

Hilft Haftcreme auch bei einer neuen, gut sitzenden Prothese?
Gerade in der ersten Zeit der Eingewöhnung und Unsicherheit kann Haftcreme helfen. Haftcreme gibt auch bei einer gut angepassten Prothese zusätzliche Stabilität und Sicherheit, besonders beim Essen, Sprechen und Lachen.

Wie trägt man Haftcreme richtig auf?
Tragen Sie die Haftcreme in Tupfen oder kurzen Streifen auf und halten Sie beim Auftragen genügend Abstand zum Prothesenrand. Durch den Druck beim Einsetzen verteilt sich die Haftcreme. Sie “kriecht” also automatisch an die Ränder und kann so ihre abdichtende Wirkung entfalten. Nach dem Einsetzen kurz zubeißen und für einige Minuten nichts essen oder trinken. So erreichen Sie die beste Haftung.

Wie viel Haftcreme muss ich verwenden?
Verwenden Sie möglichst wenig Haftcreme, besonders wenn Sie noch nie welche benutzt haben. Erhöhen Sie die Haftcrememenge allmählich, und tasten Sie sich an die richtige Menge für die von Ihnen gewünschte Haftung vor.

Warum muss man die Prothese eigentlich reinigen?
Genauso wie auf den eigenen Zähnen lagert sich auch auf der Zahnersatzoberfläche schädlicher bakterieller Zahnbelag ab. Wird der Zahnersatz nicht gründlich gereinigt, können Zahnfleischentzündungen, Mundgeruch oder Karies an den verblie­benen eigenen Zähnen die Folgen sein.

Wie sollte man seinen Zahnersatz reinigen?
Für die gründliche antibakterielle Reinigung haben sich Reinigungstabletten bewährt. Beim Abtragen von Belägen behilft man sich am besten mit einer Zahnbürste. Da sich Zahncremes aufgrund ihrer Schleifstoffe nicht optimal eignen, sollten Sie die Prothese entweder mit der Tabletten-Reinigungslösung bürsten, oder Sie verwenden einen nicht scheuernden Spezial-Reinigungsschaum aus der Apotheke.

Wie oft sollte die Prothese gereinigt werden?
Zweimal täglich, am besten morgens und abends. Zwischendurch den Zahnersatz nach dem Essen mit Wasser abspülen.

Wie häufig sollte ich als Prothesenträger zum Zahnarzt gehen?
Genauso wie bei den eigenen Zähnen genügt es, mindestens einmal jährlich zur Überprüfung zum Zahnarzt zu gehen.

Pressemeldung – 7.11.2010 · Quelle www.nai.de
(Neue Apotheken-Illustrierte)