Einnahme von Biphosphonaten kann zu schweren Knochenentzündungen des Kiefers führen

Biphosphonate kommen in der Osteoporose- und in der Krebstherapie zum Einsatz. Biphosphonate gehören aber nicht zu den Chemotherapeutika. Je nach Einsatzbereich variieren die Dosierungen erheblich. Unter der Therapie mit Biphosphonaten sind nach chirurgischen Eingriffen schwerste, nicht heilende  Knochenentzündungen im Bereich des Kiefers beobachtet worden. Der Kieferknochen scheint eine Sonderstellung im Skelett einzunehmen, da er einer besonders hohen Knochen-Umbaurate unterliegt.

In der Krebstherapie wird mit hohen Dosierungen von Biphosphonat behandelt. Vor Beginn einer solchen Therapie sollten die Zähne und die Mundhöhle gründlich saniert sein, so dass während der Biphosphonattherapie keine operativen Eingriffe oder Zahnentfernungen vorgenommen werden müssen. Die betroffenen Patienten müssen intensiv geschult werden, eine effiziente häusliche Zahnreinigung durchzuführen und bedürften der regelmäßigen zahnärztlichen Kontrolle und professionellen Zahnreinigung.

Bei Osteoporosepatienten wird mit niedrigdosiertem Biphosphonat behandelt, das sich im Körper nach drei Jahren aber so hoch angereichert hat, dass ebenfalls die Gefahr von schweren nicht heilenden Knochenentzündungen des Kiefers nach chirurgischen Eingriffen oder Implantationen besteht.

Osteoporosepatienten können nach Absprache mit ihrem Arzt eine Medikamentenpause einlegen. In diesem Falle sollten Zahnarzt und Arzt eine Absprache über die medikamentöse Therapie und den richtigen Zeitpunkt des chirurgischen Eingriffs in der Mundhöhle treffen.

Patienten, die eine Biphosphonattherapie durchführen sollen, müssen unbedingt im Vorfeld dafür sorgen, dass der behandelnde Arzt und der Zahnarzt sich über die vorgesehene Therapie und das Risikopotential des Patienten austauschen. Leider ist das Wissen über die spezifischen Risiken der Biphosphonattherapie in Bezug auf den Kieferknochen noch nicht überall bekannt. Die Forschungen sind auch noch nicht abgeschlossen.

Dr. Sabine Köhler 03/2009

Quelle: http://www.mdz-online.de/Biphosphonattherapie